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Prozesse optimiert


Alles aus einer Hand lautet die Devise bei der oberösterreichischen Schmid-Baugruppe, einem Generalunternehmen aus der Baubranche.

Das Familienunternehmen Schmid Baugruppe vereint zahlreiche Gewerke – Projektentwicklung und Planung, Hochbau, Dachbau, Holz- und Metallbau sowie Fassaden- und Dachbegrünungen – unter einem Dach. Die Firma bietet „prozessintegrierte Arbeitsweise und ganzheitliche Ausführung für eine nachhaltige Nutzbarkeit“, wie auf der Homepage zu lesen ist. Die Baugruppe agiert als Totalunternehmer, der die gesamte Hülle eines Gebäudes erstellt und alle Gewerke ineinandergreifend plant und begleitet. Ergänzend zur Projektentwicklung wird auch die gesamte architektonische Planung für den Bauherrn übernommen. Mit diesem Leistungsportfolio ist man österreichweit und im gesamten südbayerischen Raum tätig. „Unser Hauptthema ist das Bauen im Industrie- & Gewerbebau. Vermehrt sind mittlerweile aber auch Bestandsumbauten und Erweiterungen sowie Aufstockungen und Sanierungen ein bedeutender Teil unserer Kompetenzspektrums. Bestand bedeutet dabei nicht zwingend ein altes Gebäude: Auch wenn unser Holzbau die Aufstockung auf einen Betonrohbau übernimmt, sprechen wir intern schon von einer Bestandssituation“, erläutert Technologieleiter Jeremias Übleis.

Prozessoptimierung  

Für diese Leistungen ist neben einem Laserscanner eine leistungsstarke Software für die Auswertung der 3D-Punktwolken nötig. Die Verarbeitung und Auswertung dieser Punktwolken erfolgt in der Software rmDATA Reality3D. Jeremias Übleis betreut im Unternehmen die gesamte Software-Landschaft, die IT-Infrastruktur und die Vermessungs-Hardware und ist Ansprechperson für die zahlreichen Anwender, die planend in den Tochterfirmen tätig sind. Zur Prozessoptimierung in der Baugruppe gehört auch, dass er alle Software-Produkte vor deren Einführung selbst austestet. „Das Werkzeug rmDATA Reality3D hat mich sofort überzeugt, vor allem die zahlreichen Automatismen für die Wand- und Bauteilerkennung. Das ist genau das, was wir brauchen, denn es erspart uns oftmaliges manuelles Zuschneiden der Punktwolke und Angleichen der Bauteile von Hand!“

Planungsgenauigkeit und Einsparungspotential  

Dem visionären Weitblick des Unternehmens ist es geschuldet, dass der hauseigene Vermessungstechniker mehr als ausgelastet ist. Er ist fast ausschließlich mit dem Laserscanner unterwegs und erstellt für sämtliche Projekte – egal, welcher Größe – die Punktwolken. Für die rasche Ermittlung von Dachflächen oder für einfache Draufsichten sind auch photogrammetrische Drohnenaufnahmen im Repertoire. Die ermittelten Dachflächen bilden die Basis für Angebotslegungen. Zusätzlich verschmilzt die Punktwolke aus der Drohnenbefliegung in weiterer Folge mit den terrestrischen Laserscans zu einem gesamten Modell in rmDATA Reality3D.

Jeremias Übleis gibt an, dass durch den Einsatz von Laserscanning in Kombination mit der Auswerte-Software – je nach Projektgröße – Einsparungen von mindestens 50 % in der Bestandserfassung erreicht werden können. Dazu kommt die höhere Planungsgenauigkeit durch das exakte Aufmaß aus der Punktwolke. Das führt wiederum zu einer präziseren Vorproduktion und weniger Anpassungsaufwand auf der Baustelle. Andererseits reduzieren sich Zeitaufwände beim Bauaufmaß: Wurden früher Einzelpunkte mit der Totalstation aufgenommen, erfasst der Laserscanner alles und das in hoher Präzision. Der Datensatz ist zu 100 % im Büro verfügbar und weitere Fahrten auf die Baustelle entfallen.

Workflow in Revit und Open BIM

„Die Software rmDATA Reality3D ergänzt unseren Workflow perfekt, weil wir aus der Punktwolke sehr schnell ein Modell erzeugen können, entweder direkt über das rmDATA Revit-Plugin oder als IFC und&/oder DWG-Export für die weitere Werkplanung“, fasst Übleis den Workflow zusammen. Als „Prozessoptimierer“ kennt er sämtliche Arbeitsabläufe und versucht, diese laufend zu verbessern. Er beschreibt den Ablauf eines Standardprojekts so: Oft handelt es sich um ein Bestandsgebäude, das erweitert, aufgestockt oder saniert werden soll. Der Techniker scannt das Objekt und bereitet das Modell auf. Die Konstrukteure arbeiten in rmDATA Reality3D  – im Fall von Revit direkt über das rmDATA Revit-Plugin, bei nativer Planungssoftware wie SEMA oder HiCAD als Export-Datei über das IFC-Austauschformat.  Im Falle einer vorgelagerten Architekturplanung geht das Modell im IFC-Format an die Werkplanung weiter, was dem Open-BIM-Prozess entspricht.

Projektvielfalt

Neben den zahlreichen „Standardprojekten“ im klassischen Hoch- & Holzbau wickelte die Schmid-Baugruppe jüngst ein spezielles Projekt erfolgreich ab: die Fassadenverkleidung mehrerer Tunnelportale & -gebäude der S10 bei Freistadt. Die geschwungene Portalverkleidung in Form eines hyperbolischen Paraboloids ließ sich nur schwer in einem Standard-Planungsprogramm umsetzen und zeigte zudem Abweichungen zum Plan. „Weil die Fassadenelemente vorgefertigt und dann vor Ort montiert wurden, hätte eine Fertigung auf Basis des Plans hier niemals gepasst. Mit dem exakten Aufmaß und durch die softwaretechnische Unterstützung des Kundenbetreuers von rmDATA konnten wir diesen Auftrag sehr zufriedenstellend abschließen“, erzählt Übleis.

Perspektiven eines Totalunternehmers

Der gesamte 3D- und Punktwolken-Workflow ist derzeit auf die Planungsphase beschränkt. Sinnvoll wäre es, so wagt Jeremias Übleis einen Blick in die Zukunft, auch den Baufortschritt während der Ausführung laufend mittels Punktwolken zu dokumentieren. So könnten später etwa Leitungen wieder exakt aufgefunden werden. Aus seiner Sicht würde das vor allem dem Bauherrn, aber auch der Schmid-Baugruppe selbst zugutekommen. Leider ist diese Leistung bei Auftraggebern derzeit noch wenig gefragt, weil das Thema Nachnutzung selten mitgedacht wird. In der Schmid Baugruppe wird in dieser As-Built-Dokumentation dennoch sehr viel Potenzial gesehen. 


Bilder links: Impressionen der Altstadt von St. Gallen. Fotos © Karl Pongratz

"Je nach Projektgröße sind wir mit Laserscanner und Reality3D etwa doppelt so schnell wie früher mit der Totalstation. Dazu kommt: Weil wir heute genauer aufmessen, können wir in unserer Vorfertigung sämtliche Bauteile deutlich präziser vorproduzieren, was auf der Baustelle weniger Anpassungsaufwand bedeutet."

Ing. Jeremias Übleis, MSc Head of Technology, Schmid Baugruppe Holding GmbH, Frankenburg

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Über die Schmid Baugruppe

Die Schmid Baugruppe (Schmid Baugruppe Holding GmbH) mit Hauptsitz in Frankenburg am Hausruck, Oberösterreich, ist ein etablierter Total- und Generalunternehmer im Baugewerbe mit rund 450 Mitarbeitern an mehreren Standorten in Österreich und Deutschland. Leistungsbereiche und Schwerpunkte sind in der Projektentwicklung die ganzheitliche Betreuung von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe, um reibungslose Abläufe ohne Informationsverlust zu sichern. Im Hochbau ist es die Umsetzung von Wohn-, Industrie- und Gewerbebauten als alleiniger Ansprechpartner für sämtliche Bauphasen. Im Holzbau realisiert man vielseitig und schnell Projekten vom privaten Wohnbau bis hin zu landwirtschaftlichen und modularen Gebäuden und schließlich im Dachbau werden Fachleistungen in den Bereichen Dachdeckung, Dachwartung, Abdichtungsarbeiten sowie Fassadenbau angeboten und realisiert.


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