Naturbestand in 3D
Die Außendienstmitarbeiter wurden geschult, alle Aufnahmen dreidimensional durchzuführen und Attribute auf Basis eines Objektkataloges zu ergänzen.
Beispiel eines Naturbestandsdatensatzes der Stadt Klagenfurt.
Bei umstrittenen Bauprojekten unterstützt der digitale Zwilling in Form von Visualisierungen die Bürgerbeteiligung.
Der Magistrat der Stadt Klagenfurt bietet flächendeckend 3D-Naturbestandsdaten, die mit Hilfe von rmDATA-Produkten produziert wurden.
„Unser Ziel ist es, alle Fragen, die in der Landeshauptstadt Klagenfurt auftauchen, mittels Daten bestmöglich zu analysieren und zu beantworten. Dabei spielen professionelle Geodaten eine ganz entscheidende Rolle.“ Davon sind Günter Koren (Abteilungsleiter), Gerhard Ressler (Abteilungsleiter-Stellvertreter) und Martin Inzko (Naturbestand/technische Vermessung) des Magistrats Klagenfurt überzeugt.
Zu den Aufgaben der Abteilung zählen Grundstücksvermessungen, Bauabsteckungen, Baueinmessungen, das Erstellen und laufende Aktualisieren der digitalen Naturbestandspläne sowie das Führen des gesamten Geoinformationssystems der Landeshauptstadt. Diese Geodaten sind eine wichtige Basis für sämtliche Entscheidungen in der Stadtverwaltung. „Geodaten beschäftigen mich seit 30 Jahren. Ich bin überzeugt, das Endprodukt darf nicht nur ein Plan sein, sondern das, was man in Analysen aus den Geodaten herausholen kann”, berichtet Günter Koren und betont, wie wichtig dafür die hohe Qualität und Aktualität des Naturbestands ist.
Digitaler Zwilling von Klagenfurt
Der Naturbestand ist im Stadtgebiet flächendeckend in 3D verfügbar und wird fortlaufend nachgeführt. Weitere Produkte, die daraus abgeleitet werden, sind das 3D-Stadtmodell sowie der digitale Zwilling der Stadt. Bei umstrittenen Bauprojekten unterstützt der digitale Zwilling in Form von Visualisierungen die Bürgerbeteiligung. Das 3D-Stadtmodell enthält vom hochdetaillierten Geländemodell bis zu exakten Gebäudemodellen alle Informationen in geodätischer Genauigkeit. „Unser Ziel ist es, Klagenfurt möglichst realitätsnah abzubilden. Die Herausforderung besteht für uns in der Effizienz der Datenerzeugung und in der Sicherstellung einer durchgängig hohen Datenqualität”, erklärt Gerhard Ressler.
Die Abteilung Vermessung und Geoinformation nutzt dafür verschiedene Technologien, wie GNSS, Tachymeter, Laserscanner – terrestrisch und airborne – sowie Photogrammetrie. „Aus all den Technologien leiten wir Informationen für unser Stadtmodell objektstrukturiert und möglichst automatisiert ab”, erläutert Koren und erwähnt in diesem Zusammenhang auch die gute Zusammenarbeit mit dem Vermessungsamt Klagenfurt des BEV. In einem Kooperationsprojekt achte man gemeinsam auf ein exaktes Festpunktfeld, das wiederum eine hohe Genauigkeit der weiteren Produkte garantiere.
Bewährtes Produktionssystem
rmDATA GeoDesktop für die Datenhaltung des 3D-Naturbestandes und rmDATA GeoMapper für das Erstellen der Geodaten bilden das Produktionssystem der Wahl. Eine eigene Konfiguration erweitert beide Grafikprodukte für die Anforderungen der Stadtvermessung. Die bestehenden Daten wurden in eine einheitliche Datenbank migriert und sukzessive überarbeitet. Zur Bereinigung des Altstandes stehen Skripts zur Verfügung. „Ich war von Anfang an bei der Umstellung auf GeoMapper dabei, die Akzeptanz der Anwender ist inzwischen sehr gut, weil die Software einfacher und besser in der Bedienung ist als die vorige”, erzählt Martin Inzko.
„Wir verstehen uns als Innovations- und Entwicklungspartner von rmDATA auf Augenhöhe. Die Anforderungen der Stadtvermessung gehen weit über die klassische Standard-Software hinaus, dennoch erhalten wir gute Lösungen. Wir sind mit der Zusammenarbeit mit rmDATA sehr zufrieden.“
Dipl.-Ing. Günter Koren, Abteilungsleiter Vermessung und Geoinformation, Magistrat der Stadt Klagenfurt
Geodaten für eine klimaneutrale Stadt
Als einzige österreichische Stadt nimmt Klagenfurt an der EU-Cities-Mission teil. Geodaten spielen gerade bei klimarelevanten Fragen eine entscheidende Rolle, z. B.: Wie viel Sonnenlicht trifft auf die Dächer der Stadt und wären zur Energiegewinnung geeignet? Oder: Wie warm wird das Wasser in den Leitungen im Untergrund an heißen Tagen, abhängig von der Oberflächenbeschaffenheit? Auch hier zeigt sich, wie wichtig ein aktueller und detaillierter Naturbestand ist. Und Gerhard Ressler ergänzt: „Mit Hilfe von raumbezogenen Daten finden wir Antworten auf sehr viele Fragen.”

